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Finanzierung ohne Eigenkapital sinnvoll?

 
Des Öfteren fiel mir jetzt bereits auf, dass immer mehr Banken eine Finanzierung ohne Eigenkapital, beispielsweise für den Hausbau anbieten. Allerdings bin ich mir jetzt alles andere als sicher, ob es sinnvoll ist, eine solche Finanzierung in Anspruch zu nehmen.

Denn das bedeutet ja eigentlich, dass jeder sich ein Haus kaufen kann. Kennt sich jemand damit aus und kann mir sagen, ob es da nicht doch einen Haken an der ganzen Sache gibt? Denn so ganz geheuer erscheint mir das Ganze nicht.
  
Atticus


 
 
 
Es ist schon möglich, eine Finanzierung ohne Eigenkapital für das Haus aufzunehmen. Dabei unterscheidet man dann zwischen der 100 Prozent Finanzierung und den 120 Prozent Finanzierungen oder gar noch mehr. Bei letzteren werden sogar die Nebenkosten, die beim Kauf von Immobilien anfallen, mit finanziert. Das Problem bei der Sache sind überdurchschnittlich hohe Zinsen. Diese ergeben sich daraus, dass die Bank sich nicht mehr nur erstrangig im Grundbuch eintragen kann, sondern genauso nachrangige Eintragungen vornehmen muss, wodurch das Risiko für einen Kreditausfall steigt.

Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Punkt bei der Finanzierung ohne Eigenkapital besteht darin, dass diese Finanzierungen meist über viele Jahrzehnte abgezahlt werden müssen. Eine mittelfristige Planung, wie bei herkömmlichen Baufinanzierungen ist daher nicht möglich. Im Schnitt können diese binnen 20 bis 30 Jahren abgezahlt werden. Bei der Finanzierung ohne Eigenkapital müssen jedoch Hunderttausende Euro alleine an Zinsen gezahlt werden, dadurch erhöht sich natürlich genauso die Laufzeit für solche Finanzierungen.

Ebenfalls kann es schnell einmal passieren, dass man während der Laufzeit arbeitslos wird. Dann ist man meist nicht mehr in der Lage, die anfallenden monatlichen Raten zu tragen. In diesem Fall ist es nicht selten so, dass die Bank kaum mit sich reden lässt. Denn schließlich ist oft noch ein viel zu großer Betrag offen. Das Haus wird schneller zur Zwangsversteigerung vergeben, die jedoch ebenfalls nur einen Bruchteil der noch ausstehenden Finanzierungssumme einbringt.

Im Endeffekt stehen die Darlehensnehmer ohne Haus, aber mit einem riesigen Berg von Schulden da, an dem sie meist für den Rest ihres Lebens zu tragen haben. Von daher sollte die Finanzierung ohne Eigenkapital sehr gut durchdacht werden, denn oftmals handelt es sich hier nicht um eine solide Baufinanzierung, sondern die Banken sehen es eher auf den vorzeitigen Verkauf der Immobilien und hohe Zinsen ab.
  
Preusse
 
 
 
Dass die Banken jetzt öfter Immobilienfinanzierungen ohne Eigenkapital anbieten, das habe ich so noch nicht feststellen können. Aber selbst wenn es an dem wäre, dann gereicht es bestimmt nicht zum Vorteil für den Kreditnehmer. Denn bei Vollfinanzierungen von Immobilien, da langen die Banken bei den Zinsen nämlich mal richtig zu und da hat man bestimmt auch keine so gute Verhandlungsposition mit der Bank. Geheuer ist das schon, nur muss man sich dann eben mit erhöhten Zinssätzen anfreunden und sich darauf einstellen, dass die Bank auf anderweitige Sicherheitsleistungen besteht.
  
sportcoupe
 
 
 
   
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