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Eigenkapital für Eigenheim - wie am besten ansparen?

 
Ich weiß, dass es Vollfinanzierungen und auch Finanzierungen mit zum Beispiel 120 % gibt, aber das ist ja im Grunde nicht die Regel und die meisten Banken verlangen für eine Baufinanzierung bzw. einen Immobilienkredit ein gewisses Maß an Eigenkapital.

Nun stellt sich mir die Frage, wie man das Kapital für den Immobilienkredit bzw. das Baudarlehen denn am besten ansparen kann? Da gibt es ja sicherlich mehrere Möglichkeiten, spontan fallen mir zum Beispiel Riester-Bausparverträge, Banksparpläne oder das Prämien-Bausparen ein. Was ist für wen empfehlenswert? Vielen Dank im Voraus für Ihre Antworten.
  
Minimalist


 
 
 
Ein wichtiges Thema, das Sie da ansprechen, denn je mehr Eigenkapital Sie angespart haben, umso weniger Kapital müssen Sie über einen Kredit finanzieren. Mit mehr Eigenkapital haben Kreditnehmer dann auch einen größeren Verhandlungsspielraum gegenüber Banken und ein Anstieg der Zinsen trifft sie weniger stark. Eine der attraktivsten Geldanlagen für das Eigenheim sparen sind im Grunde Banksparpläne und Bausparpläne, die mit Steuervorteilen und Riester-Zulagen gefördert werden. Die Spareinlage des Kreditnehmers wird durch den Staat aufgestockt, und zwar um 154 Euro Grundzulage pro Jahr, des weiteren zahlt er pro Kind 185 Euro (vor 2008 geboren) bzw. 300 Euro (nach 2008 geboren). Nicht mit eingerechnet sind hier die Steuervorteile, die man abhängig von Kinderanzahl, Familienstand und Einkommen genießt.

Wer auf die komplette Zulage vom Staat spekuliert, der muss pro Jahr min. 4 % seines Bruttoeinkommens (max. 2100 Euro; Ehepaare 4200 Euro) als Einzahlung in seinen Riestervertrag vornehmen. Verzichten sollte man beim Sparen für das Eigenheim auf Riester-Verträge mit Fondssparplan oder Rentenversicherung, denn solche Verträge sind auf eine langfristige Sparzeit (Rente) ausgelegt, sodass bei vorzeitiger Auslösung (zum Beispiel nach 5 Jahren) in aller Regel Verluste eingefahren werden.

Riester-Bausparverträge
Riester-Bausparverträge sind eine Kombination aus Sparplan und einem anknüpfenden Immobilienkredit, wobei der Zins für das Darlehen zwischen 2 und 4% liegt und damit günstiger, als ein normaler Immobilienkredit der Bank. Die Kehrseite der Medaille: geringe Guthabenzinsen in der Sparphase, sie betragen nur 0,5 bis 1,5 %. Wer einen Bausparvertrag abschließt, der sollte danach also auch wirklich bauen bzw. eine Immobilie kaufen, ansonsten lohnen sich Riester-Bausparverträge nicht. Ein großer Vorteil der Bausparverträge ist die Planungssicherheit, da man bereits etliche Jahre vorher über die Höhe der Kreditzinsen Bescheid weiß. Bei Erreichen der Mindestsumme und der von der Bausparkasse errechnete Bewertungszahl, kann der Bausparvertrag zugeteilt werden, Guthaben und Immobiliendarlehen können abgerufen werden. Kreditbetrag = Differenz aus Bausparsumme und im Rahmen des Bausparvertrages angespartem Kapital.

Achtung bei der Tarifwahl - denn diese ist oft nicht ganz so leicht. Das liegt an den vielen Konditionen, die einen Riester Bausparvertrag beeinflussen, wie zum Beispiel Tilgungsbeitrag, Mindestguthaben, Gebühren, Zinsen usw. Wichtig ist auch, dass die Bausparsumme auf das Vorhaben des Bauherren abgestimmt wird, wobei die perfekte Summe davon abhängig ist, wann die Bausparsumme benötigt wird, wie hoch die staatlichen Zulagen sind und wie viel Geld der Bauherr monatlich sparen kann oder will. Entsprechend sinnvoll ist es, sich Tilgungs- und Ansparpläne erstellen zu lassen, wenn man sich Angebote zum Bausparen einholt. Derzeitig gute Anbieter sind Wüstenrot und Alte Leipziger, was sich aber auch wieder ändern kann, deswegen bitte immer auf aktuelle Testergebnisse achten.

Riester-Banksparpläne
Wer noch nicht genau weiß, wann er genau bauen möchte, die Baupläne also insgesamt noch eher vage sind, für den ist vielleicht eher ein Riester-Banksparplan interessant. In einen solchen Banksparplan zahlt man monatlich einen festen Betrag ein, die Verzinsung ist variabel und orientiert sich am Zinsniveau des Marktes; hinzu kommen dann noch die staatlichen Förderungen bzw. Zulagen, sodass der Sparer direkt von einem gesicherten Wertzuwachs profitiert. Wird nun das angesparte Kapital für den Kauf oder Bau einer Immobilie benötigt, kann man das Kapital auslösen (kurzfristig), ohne dass man überhöhte Umstiegskosten oder Kursverluste zu befürchten hat.

Die Rendite beim Banksparplan ist sehr unterschiedlich, je nach künftiger Zinsentwicklung und dem Vertrag, den man abgeschlossen hat. Die Höhe der Zinsen wird in den meisten Fällen einmal pro Quartal an die Kapitalmarkt Zinsentwicklung angepasst, Manchmal wird hierfür auch ein so genannter Referenzzinssatz als Maßstab verwendet, dabei werden lang- und kurzfristige Zinsen kombiniert (Sparkassen, Bausparverträge reagieren träge auf Zinsänderungen), oder aber es wird die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere als Maßstab verwendet (Volksbanken, kurzfristige Zinsänderungen, direkte Weitergabe an den Banksparplan).

In aller Regel lohnt es sich, einen Riester-Banksparplan lange zu behalten, denn zum Ende der Sparphase vergeben viele Banken Bonuszinsen, entsprechend erhöht sich die Renditeaussicht, je länger man innerhalb des Banksparplans Kapital anspart. Leider werden Riester Banksparpläne nicht ganz so oft angeboten, sondern nur von vereinzelten Genossenschaftsbanken und Sparkassen.

Prämien-Bausparen
Für künftige Bauherren mit einem geringen Jahreseinkommen (unter 25.600 Euro, Ehepaare 51.200 Euro), lohnt sich ggf. auch ein Bausparvertrag ohne Riester Förderung, denn unterhalb der genannten Einkommensgrenze hat man Anspruch auf die so genannte Wohnungsbauprämie. Diese beträgt 8,8 % für die jährlichen Sparbeiträge (max. 512 Euro, Ehepaare 1024 Euro), maximale Bezuschussung durch den Staat 46 Euro (Ehepaare 92 Euro). Dafür jedoch muss der Bausparvertrag auch tatsächlich für ein Bauvorhaben oder den Kauf einer Immobilie verwendet werden. Diese Zweckbindung entfällt (nach einer siebenjährigen Sperrfrist) nur für Personen, die bei Abschluss des Bausparvertrages noch keine 25 Jahre alt sind.

Natürlich kann man, auch wenn meiner Meinung nach die Bausparverträge mit Riester-Zulage die erste Wahl sind, auch ohne staatliche Förderungen für den geplanten Bau oder Kauf einer Immobilie Kapital ansparen. Auch eine zusätzliche Geldanlage (zu den geförderten Bausparverträgen) ist ggf. sinnvoll. In Frage kommen dabei sichere Geldanlagen wie Festgeld, Tagesgeld, Sparbriefe, Sparpläne, Pfandbriefe und Bundesanleihen.

Tagesgeldkonto und Festgeldkonto
Derzeit nicht gut verzinst, dafür sicher und jederzeit verfügbar: das Tagesgeldkonto. Es ist keine Mindestsumme nötig, aufgrund der schwankenden Angebotslage ist es von Vorteil, die gebotenen Konditionen genau im Auge zu behalten und ggf. die Bank (mehrfach) zu wechseln. Beim Festgeldkonto legt sich der Sparer für einen gewissen Zeitraum fest (30, 60, 90, 180 Tage, 1 Jahr etc.), in dieser Zeit kann er über das Geld nicht verfügen, dafür sind die Zinsen der Bank aber auch für diesen Zeitraum garantiert.

Sondersparformen: mittelfristige Einmalanlagen
Wer einen höheren Betrag für einen etwas längeren Zeitraum anlegen möchte, kann auf Sondersparformen von Sparkassen und Banken zurückgreifen, wobei man trotzdem die Möglichkeit zur vorzeitigen Kündigung vereinbaren sollte. Die Angebote der Banken haben zumeist Namen wie "Spardynamik", ""Wachstumssparen" oder "Zuwachssparen", und sie funktionieren allesamt nach dem gleichen Prinzip: je länger man als Sparer dabei bleibt, desto höher wird auch die Rendite. Vereinbart werden in der Regel Laufzeiten zwischen drei und sieben Jahren.

Sparbriefe
Unter den risikofreien Geldanlagen werden Bankprodukte mit langen Laufzeiten am besten verzinst, dazu gehört natürlich auch der Sparbrief. Hier sollte man aber tatsächlich sicher sein, dass man das Kapital nicht benötigt und bis zum Ende der Laufzeit darauf verzichten kann. Allerdings ist es momentan kaum lohnend, eine mehr als dreijährige Laufzeit zu vereinbaren, denn wir stecken bekanntermaßen in einer Niedrigzinsphase, sodass die Banken Sparbriefe, die länger als drei Jahre laufen, nur mit einem geringen Zinsaufschlag versehen.

Geldanlage Staatspapiere
Dank staatlicher Zahlungsgarantie zählen Bundeswertpapiere zu den beliebtesten Geldanlagen, und das, obwohl die Rendite niedriger ist, als bei vergleichbaren Angeboten der Banken.

Bundesschatzbriefe - man unterscheidet zwischen Bundesschatzbrief Typ A und Bundesschatzbrief Typ B. Typ A läuft 6 Jahre lang, die Zinsausschüttung erfolgt jährlich. Typ B läuft 7 Jahre, die Zinsen werden angesammelt und am Ende ausgezahlt. Vorteil der Bundesschatzbriefe ist die niedrige Mindestanlagesumme (52 Euro), was sie für einen Sparplan (Monatsraten) eignet.

Bundesanleihen sind mehrheitlich Wertpapiere, die festverzinslich sind. Sie werden vom Bund herausgegeben und an der Börse gehandelt, eine Zinsausschüttung erfolgt einmal pro Jahr. Die Laufzeit lässt sich zwischen 10 und 30 Jahre festlegen, wobei die Bundesanleihen auch jederzeit an der Börse verkauft werden können, was bei gestiegenen Zinsen jedoch nur mit Kursverlusten möglich ist.

Jumbo-Pfandbriefe
Zunächst einmal sind Pfandbriefe festverzinsliche Wertpapiere, welche durch Forderungen gegen die öffentliche Hand oder durch erstrangige Grundpfandrechte abgesichert sind, entsprechend sind sie beinahe so sicher, wie die zuvor angesprochenen Bundesanleihen, weisen derzeit jedoch eine um 0,5 % höhere Rendite auf. Als privater Anleger nun sollte man sich vor allem nach Jumbo-Pfandbriefen umsehen, denn diese sind auf Grund großer Emissionen (min. 1 Milliarde Euro) zu jeder Zeit an der Börse verkäuflich.

Achtung vor Geldanlagen mit Risiko, sie eignen sich für künftige Bauherren definitiv nicht! Deswegen Finger weg von Rentenversicherungen und Lebensversicherungen, Aktienfonds und Aktien, Immobilienfonds, Geldmarktfonds, Rentenfonds, Rohstofffonds und Rohstoffe.
  
FeWo
 
 
 
Aktuell kann man wohl überhaupt kein Produkt für das klassische Sparen empfehlen, denn dafür sind die Zinsen einfach viel zu gering. Auch Bausparverträge sind ja ganz schwer in Kritik geraten, weil die auch nichts mehr bringen und man sein Geld dort auch nur mehr oder weniger parkt. Da kann man ja wirklich fast nur noch zu einer Vollfinanzierung raten, denn wenn da die Bank mitspielt, ist das ja momentan bei den niedrigen Kreditzinsen durchaus eine gute Variante. Alles andere kann man wirklich nahezu vergessen, denn in Wertpapiere würde ich auch nicht investieren, denn da hat man wenn man Pech hat, nach paar Jahren weniger Kapital als beim Einstieg in diese Geldanlage.
  
Astral
 
 
 
   
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