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Investmentfonds: welche Anlagen es gibt, wie funktionierts

 
In den folgenden Tagen werde ich (soweit mir möglich) jeden Tag einen kurzen Bericht über die verschiedenen Typen von Investmentfonds schreiben, damit Sie einen neutralen, einfachen Bericht haben, der Ihnen das Verständnis dieser Anlageinstrumente erleichtert.

Vorab hier eine Grunddefinition zu offenen Investmentfonds:

Es handelt sich hierbei um Wertpapiere, die z.T. auch an der Börse gehandelt werden. Im Gegenteil zu einer Aktie oder einer Schuldverschreibung verbriefen diesen Wertpapiere aber keine Inhaberrechte an einem Unternehmen oder Gläubigerrechte gegenüber einem Unternehmen, sondern verbriefen, dass Sie einen Anteil an einem so genannten Sondervermögen besitzen.

Dieses Sondervermögen ist die Summe aller Gelder im Fonds, der prinzipiell nichts anderes als ein großer Sparverein ist: Viele Tausende Anleger zahlen Gelder in einen großem Topf und ein professioneller Manager legt die Gelder an. Das Anlageuniversium ist nahezu unendlich, in jedem Fall aber verwirrend groß. Im Gegenzug für das professionelle Management zahlen Sie einmalig einen Ausgabeaufschlag (je nach Fonds nicht immer) und jährlich eine Verwaltungsgebühr. Zum Kosten von Fonds wird es einen eigenen Artikel geben.

Zunächst will ich die klassischen Investmentfonds erläutern und gehe dann die nächsten Tage auch auf ein paar Spezialitäten ein.

Beginnen wir mit dem Klassiker schlechthin für heute: Aktienfonds

Ein Aktienfonds laut dem Begriff investiert sein gesamtes verfügbares Vermögen in Aktien von Unternehmen und lässt in der Regel nur eine kleine Cash-Position offen. Gemäß deutschem Recht werden nur solche Fonds als "Aktienfonds" zugelassen, die diese "fast vollständige" Investitionsquote in Aktien auch in den Anlagerichtlinien festhalten. Einem Aktienfonds ist es also nicht gestattet, in schlechten Marktphasen aus den Aktienwerten rauszugehen - dies dürfen nur Mischfonds, die ausdrücklich andere Werte außer Aktien als Hauptinvestment mit aufnehmen dürfen.

Für Aktienfonds gibt es eines der größten Anlageuniversen überhaupt - das Fondsmanagement hat bei Gründung des Fonds viele Spielarten zur Wahl: Es können Aktien großer Unternehmen (sog. Blue Chips) wie z.B. Siemens oder die Commerzbank erworben werden, oder kleinere Unternehmen, die ebenfalls an der Börse notiert sind. Daneben stellt sich die Wahl, in welchem Land man investiert (USA, Deutschland, asiatische Länder usw...) und ob man in ein bestimmtes Thema geht (z.B. Rohstoffwerte o.ä.).

Um hier die beginnende Verwirrung zu vermeiden, möchten wir uns auf zwei ganz klassische Aktienfondstypen beschränken, die für den Anleger mit weniger oder keiner Erfahrung gut geeignet sind: Aktienfonds, die Blue-Chips deutscher Unternehmen kaufen oder auf europäischer Ebene. In beiden Fällen halten die Fonds sehr solide Werte und der Anleger hat kein Währungsrisiko.

Der Anleger profitiert dann fortan von der Entwicklung des Aktienmarktes z.B. in Deutschland. Das Ziel des Fondsmanagers ist es dabei, durch aktives Management besser abzuschneiden als der deutsche Aktienindex (DAX). Erfahrungsgemäß gelingt dies nicht immer, im Gegenzug dafür profitiert der Anleger aber von einem geringeren Risiko, als wenn er in einzelne Aktien investiert. Investmentfonds nutzen den Effekt der Diversifizierung (Streuung der Risiken) womit Aktienfonds weniger gefährdet sind, substanzielle Verluste zu erleiden, als wenn der Anleger einzelne Aktien erwirbt.

Wie bei den meisten Wertpapieranlagen besteht zumindest in der Theorie das Risiko eines Totalverlustet. In der Praxis sieht dies jedoch anders aus: Würde ein Fonds sein gesamtes Geld bei einem Investment in den deutschen Markt verlieren, würde das schließlich bedeuten, dass alle Aktien bei 0 notieren. Das wäre in diesem Fall kein Börsencrash - in diesem Fall hätten wir wahrscheinlich den dritten Weltkrieg Winken

Aber gerade wegen den Schwankungen eignen sich Aktienfonds nicht als eine kurzfristige Anlage. Der Anleger sollte bestmöglichst 5 bis 6 Jahre mindestens einplanen für seine Anlage.

Die Deutschen sind ein ganz besonders risikoscheues Volk, das größte Angst vor Verlusten in seinen Anlagen hat. Leider ist das aber auch der Grund, warum Millionen von Anlegern nicht vom Erfolg der deutschen Wirtschaft profitieren. Aktienfonds sind einfachste Weg, unmittelbar von Unternehmenserfolgen langfristig zu profitieren. Dies zeigt jede Statistik mehr als deutlich:

Von Anbeginn der Investmentfondsära 1950 in Deutschand bis heute haben Aktienfonds durchschnittlich 10,2% Performance geliefert und haben damit jede andere Anlage meilenweit geschlagen.

Der älteste deutsche Aktienfonds, der "Fondak" von der Kapitalanlagegesellschaft cominvest, wurde 1950 aufgelegt und hat bis heute eine Performance von 44.712% erreicht. Das bedeutet, wer als Anleger 1950 10.000 DM in diesen Fonds investierte und allen Krisen und Katastrophen zum trotz niemals verkaufte bis heute, kann sich heute über ein Vermögen von 2.235.600 EUR erfreuen und wäre damit Millionär. (Unberücksichtigt ist hier natürlich die Inflation, 10.000 DM waren 1950 deutlich mehr Wert als vor der EURO-Einführung).

Dies soll eines verdeutlichen: Ein Aktienfonds ist nicht erfolgreich, weil er den schnellen Profit sucht - er ist erfolgreich, weil er in Unternehmen mit Substanz und Zukunft investiert und damit langfristig profitiert. Die Erfahrung zeigt auch: Wer irgendwann einen Fonds (wieder deutscher Markt) gekauft hat und mindestens 11 Jahre den Fonds behalten hat, war danach niemals im Minus, egal was passiert war (Ölkrise, 11.September, Asienkrise usw...).

Genau dieses Prinzip der langfristigen Anlage setzt sich jedoch gerade in Deutschland immer weniger durch. Während in den USA oder Japan eine blühende Aktienkultur herrscht, in der auch Aktien ganz selbstverständlich zur Altersvorsorge mit einer Haltedauer von mehr als 20 Jahren erworben werden, meiden viele Deutsche diese Anlagen wie der Teufel das Weihwasser.

Statistiken und Umfragen zeigen vor allem eines auch deutlich: Unzufriedene Anleger waren fast stets jene, die schnell wieder verkauft haben. Wer seiner Anlage lange treu blieb, war am Ende fast immer sehr zufrieden. Auch ist interessant, dass es eine klare Korrelation zwischen Bildungsstand und Fondsbesitzt gibt. Personen mit Hochschulabschluss oder Abitur besitzen deutlich häufiger Fonds als Personen mit anderen Bildungsabschlüssen. Weitere Umfragen zeigen auch hier deutlich, dass vor allem das "Unwissen" der Deutschen über Fonds zu einer Abneigung gegen Fonds und Wertpapieren allgemein führt. Je aufgeklärter die Anleger sind, desto größer ist die Neigung, Fonds als Anlageinstrument einzusetzen.

Selbstverständlich gibt es keine Gewinngarantie bei Aktienfonds oder Kapitalgarantie auf das Geld, denn in die Zukunft schauen kann niemand. Jedoch zeigt die Zeit, dass sich Aktienfonds nun ein halbes Jahrhundert lang bewährt haben - und solange die Wirtschaft wächst, werden diese Anlagen weiter eine Existenzberechtigung besitzen.

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Dieser Beitrag stellt keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren jeglicher Art dar.
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Daeumling


 
 
 
Heute an der Stelle der nächste Beitrag: Der Rentenfonds

Dem Prinzip des Fonds treubleibend, investieren Fondsmanager eines Rentenfonds die ihnen anvertrauten Gelder in festverzinsliche, variabel verzinsliche und geldmarktnahe Papiere. Rentenfonds haben - entgegen dem Glauben vieler - rein gar nichts mit der gesetzlichen Rente, einer privaten Altersvorsorge oder sonst etwas ähnlichem zu tun. Sie sind ein normales Anlageprodukt für Privatkunden und auch Großanleger.

Dabei gibt es - wie auch bei Aktien - viele verschiedene Spielarten. Es können kurz-, mittel- oder langlaufende Papiere erworben werden (was große Unterschied in der Kursentwicklung bei Zinsänderungen am Markt nach sich zieht). Es können Papiere in Fremdwährung oder der Eigenwährung erworben werden und es können Staats- oder Unternehmensanleihen gekauft werden, die unterschiedliche Zinsen bringen, je nach Bonität des Emittenten.

Ein ganz klassischer Fonds wäre z.B. ein Investmentfonds, der Staatsanleihen von EUR-Ländern (Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien usw...) kauft. Die Struktur im Portfolio ist recht einfach: Die Papiere sind sehr sicher (hohe Bonität der Staaten), es gibt nur eine Währung und man kann sich bestenfalls noch über die Laufzeit differenzieren.

Zu Recht kann man aber kritisch überlegen, ob ein Rentenfonds dieser Art gekauft werden sollte: Sehr sichere Rentenpapiere liegen im Zinssatz kaum über dem, was heute geboten wird. Die meisten Bankangebote um Kunden zu locken, sind sogar attraktiver verzinst bei weniger Aufwand - und vor allem: Ohne Kosten! Rentenfonds haben eine ähnliche Kostenstruktur wie Aktienfonds (Ausgabeaufschlag / Verwaltungsvergütung). Die Kosten fallen zwar geringer aus, knabbern aber an der Rendite. Zudem bringt hier der Diversifikationseffekt wenig: Ein Anleger geht in der Praxis faktisch kein höheres Risiko, wenn er eine sichere Bankanleihe oder Staatsanleihe kauft.

Interessant sind daher also ganz besonders solche Fonds, die durch geringfügig höhere Risiken eine bessere Rendite einkaufen, die nach Kosten immer noch über der von Tagesgeldern der Banken etc. liegen. Dazu können solche Fonds z.B. Unternehmensanleihen kaufen - ein Unternehmen gilt nicht als so sicher wie ein ganzer Staat, daher muss es am Markt einen höheren Zinssatz bezahlen. Weiterhin sind Anlagen in Fremdwährungen denkbar, die, wenn sie nicht abgesichert werden, zusätzliche Renditen erbringen können (umgekehrt aber natürlich auch die Rendite schmälern oder zu Verlusten führen können). Auch Genussscheine oder eine Beimischung von Derivaten ist interessant.

Vorausgesetzt, der Fonds arbeitet nicht zu spekulativ für einen Rentenfonds, kann die Betrachtung der vergangenen Erträge durchaus Aufschluss darüber geben, in welcher Renditebandbreite sich der Fonds aktuell bewegen sollte, wenn der aktuelle Marktzins bekannt ist (Besondere Ereignisse außen vor gelassen). Ein kompetenter Bankberater kann hierzu gewiss Informationen geben.

Grundsätzlich sind Rentenfonds besonders in Hochzinsphasen ein sehr interessante, da meist wertstabiles Produkt, dass in seinen flexiblen Gestaltungsformen viele Portfolios langfristig bereichert. Dies gilt vor allem für steueroptimierte Rentenfonds, die relativ sicherere Erträge bieten, von denen aber ein deutlich geringer Anteil versteuert werden muss als bei einer normalen Zinsanlage. Dabei sollte aber immer die Rendite nach Kosten betrachtet werden - in einer Hochzinsphase haben es Rentenfonds eher leicht. Wenn die Marktzinsen hingegen sehr niedrig sind und dazu Kosten durch den Fonds kommen, werden diese Produkte tendenziell immer unattraktiver. In dieser Hinsicht sind Rentenfonds also nicht weniger komplex als Aktienfonds. Sollten Sie zu einer guten Anlage meist nicht fehlen, gehört also auch der kompetente Ratschlag eines Fachberaters dazu.
  
Daeumling
 
 
 
Heute möchte ich Ihnen den sogenannten Geldmarktfonds vorstellen.

Das Anlageprinzip von Investmentfonds kennen Sie bereits nach dem Lesen meiner beiden Beiträge oben. Eine neue Alternative ist nun der Geldmarktfonds. Unter dem Begriff können sich viele Menschen nichts vorstellen, daher eine kurze Erklärung:

Unter dem Namen "Geldmarkt" versteht man in der Finanzbranche den "Markt", auf dem Rentenpapiere, also Schuldverschreibungen, Anleihen usw... mit sehr kurzer Restlaufzeit (meistens max. 3 Monate) gehandelt werden. Diese Papiere sind in sehr hohem Maße aufgrund der kurzen Restlaufzeit (wenn Sie ein solches Papier kaufen, ist die Chance, dass das austellende Unternehmen in 3 Monaten auf einmal Pleite ist, sehr gering). Geldmarktfonds erwirtschaften ihre Erträge also an einem Markt, wo die Erträge immer sehr nah an den Tagesgeldzinsen sind.

Auf genau diesen Punkt will ich hinaus: Geldmarktfonds sind eine überlegenswerte Alternative zu den klassischen Tagesgeldkonten. Der Unterschied ist, der Fonds arbeitet direkt am Geldmarkt, die Zinsen für das Tagesgeldkonto werden hingegen von der Markt mit einem kleinen "Abschlag" an Sie als Kunden weitergereicht. Dieser kleine Abschlag ist auch bei einem Geldmarktfonds vorhanden: Auch hier zahlen Sie eine geringe Verwaltungsgebühr (aber viel geringer als bei Aktien- oder Rentenfonds) und nie einen Ausgabeaufschlag (dies wäre wirtschaftlich zu unattraktiv für den Anleger).

Das "tolle" an einem Fonds ist nicht nur, dass Sie immer konstant nah dran an den "besten" Zinssätzen sind, während Sie bei der Bank immer auf Sonderangebote hoffen müssen, sondern auch, dass Sie praktisch jeden Tag zusehen können, wie Ihr Vermögen wächst. Jeden Tag wird der Wert des Fonds ermittelt und er ist eigentlich immer jeden Tag höher als am Vortag (wie ich erwähnte, sind normale Geldmarktfonds sehr sicher).

Für den aggressiveren Anleger gibt es darüber hinaus Geldmarktfonds, die in fremde Währungen investieren oder kurzlaufende Unternehmensanleihen, die ein geringfügig höheres Risiko haben (und somit bessere Zinsen).

Weiterhin bietet dem vermögenden Anleger der Geldmarktfonds einen ganz wichtigten Vorteil: Es gibt eine Vielzahl steueroptimierter Geldmarktfonds. Die Zinsen eines Tagesgeldkontos müssen Sie immer voll versteuern, komme was wolle - wenn Ihr Freibetrag erschöpft ist, hört der Spaß auf.

Steueroptimierte Geldmarktfonds realisieren Gewinne mit "garantierten" Kursgewinnen (Einsatz in Fremdwährung bei gleichzeitiger Absicherung aller Risiken) - hier bekommen Sie etwas weniger raus als bei einem Tagesgeldkonto - allerdings wird nur ein kleiner Teil der Gewinne versteuert, nach Zahlung von Steuern haben Sie also mehr als mit einem Tagesgeldkonto.

Somit ist der Geldmarktfonds nicht nur in vielen Spielarten verfügbar, sondern ein wertvolles Instrument, um Gelder kurzfristig zu parken.
  
Daeumling
 
 
 
Ich habe jetzt neuerdings auch in Fonds angelegt, weil diese schienen mir am geeignetsten, wenn man mal etwas für die Altersvorsorge tun möchte. Bei mir handelt es sich auch um eine Art von Investmentfonds, nur habe ich da vorsorglich ein Fondskonstrukt gewählt, welches mir die eingezahlten Geldbeträge zusichert. Ich kann also keinerlei Verluste machen und schlimmstenfalls eben mal ein Jahr ein Nullgeschäft hinlegen. Aber so etwas kann und wird ja bestimmt auch nicht jedes Jahr passieren und von daher mache ich mir da auch keine großen Sorgen, denn letztendlichen spielen die Fonds dann immer noch mehr wie beispielsweise Tagesgeld ein. Jedenfalls habe ich bei solchen Fondsanlagen ein ruhiges Gewissen.
  
Alle_Neune
 
 
 
   
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